Vegane und tierversuchsfreie Siegel: Was die Kennzeichnungen wirklich bedeuten

Auf immer mehr Nagellacken, Cremes und Make-up-Produkten stehen Häschen, Blumen und das Wort vegan. Doch was steckt hinter den einzelnen Siegeln, wer vergibt sie, was prüfen sie tatsächlich, und was sagen sie nicht? Dieser Guide erklärt die wichtigsten Kennzeichnungen für vegane und tierversuchsfreie Kosmetik, vom PETA-Programm über Leaping Bunny bis zur Vegan-Blume der Vegan Society und dem V-Label. Du erfährst, warum vegan und tierversuchsfrei zwei verschiedene Aussagen sind, warum Siegel trotz EU-Tierversuchsverbot nicht überflüssig sind und wie du eine Marke in wenigen Minuten selbst überprüfst. Der Artikel gehört zu unserer Themenwelt rund um veganen Nagellack und bewusste Inhaltsstoffe, in der wir Werbebegriffe konsequent in überprüfbare Fakten übersetzen.

Hand hält eine rote Nagellackflasche der PETA-Edition

Das Wichtigste in Kürze

  • Vegan und tierversuchsfrei sind zwei getrennte Aussagen: Vegan beschreibt die Rezeptur ohne tierische Bestandteile, tierversuchsfrei die Entwicklung und Testung inklusive der Rohstoff-Lieferkette.

  • Die bekanntesten Kennzeichnungen sind das PETA-Programm (Animal Test-Free, optional mit dem Zusatz „and Vegan”), Leaping Bunny von Cruelty Free International, das Vegan Trademark der Vegan Society (Vegan-Blume) und das V-Label.

  • Kein Kosmetik-Siegel prüft jede Charge im Labor. Die Systeme beruhen auf Fragebögen, verbindlichen Verpflichtungserklärungen, Lieferanten-Bestätigungen und öffentlichen Datenbanken, teils ergänzt durch Audits.

  • In der EU sind Tierversuche für Kosmetik seit 2013 verboten. Siegel bleiben trotzdem sinnvoll, weil sie weltweit über alle Märkte, die Lieferkette und Konzernstrukturen hinweg gelten.

  • Bei gitti ist vegan seit dem ersten Tag Grundvoraussetzung: Alle Produkte sind vegan, gitti arbeitet seit Beginn mit PETA zusammen, und der Nail Juice wurde mit dem PETA Vegan Beauty Award 2026 als bester veganer Nagellack ausgezeichnet.

Vegan und tierversuchsfrei: zwei Aussagen, zwei Prüfebenen

Dieser Punkt sorgt für die meiste Verwirrung, deshalb ganz klar: „Vegan” und „tierversuchsfrei” beantworten zwei verschiedene Fragen. Vegan beschreibt die Rezeptur: Es sind keine Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs enthalten, weder direkt vom Tier gewonnene Stoffe wie Bienenwachs oder Lanolin noch Nebenprodukte wie Karmin aus Schildläusen. Tierversuchsfrei beschreibt dagegen die Praxis: Weder das fertige Produkt noch seine Inhaltsstoffe wurden an Tieren getestet, weder von der Marke selbst noch in ihrem Auftrag oder bei ihren Lieferanten.

Nägel in kräftigem Rot der PETA-Edition

Daraus ergeben sich zwei Fallstricke:

  • Vegan, aber ohne Tierversuchs-Nachweis: Eine Rezeptur kann komplett pflanzlich, mineralisch und synthetisch sein, während die Marke in Märkten verkauft oder Inhaltsstoffe einkauft, bei denen Tierversuche im Spiel sind. Das Wort „vegan” allein sagt darüber nichts aus.

  • Tierversuchsfrei, aber nicht vegan: Eine Marke kann glaubwürdig auf Tierversuche verzichten und trotzdem Bienenwachs, Karmin oder Lanolin verarbeiten.

Gerade in der Nagelwelt lohnt ein genauer Blick auf die Begriffe: Schellack ist ein Harz aus den Ausscheidungen der Lackschildlaus und damit ein tierischer Rohstoff. Nicht zu verwechseln ist er mit der gleichnamigen Studio-Maniküre, bei der „Shellac” ein Markenname für ein LED-System ist. Was es damit auf sich hat, erklärt unser Guide Shellac entfernen. Tierische Bestandteile verstecken sich in Kosmetik oft hinter unauffälligen INCI-Namen: Karmin (CI 75470) ist ein roter Farbstoff aus Schildläusen, Guanin (CI 75170) ein Perlglanz-Pigment aus Fischschuppen, Cera Alba ist Bienenwachs, Keratin stammt in der Regel aus Hörnern, Federn oder Wolle. Wie du solche Stoffe in der INCI-Liste findest, zeigt der Guide zu Nagellack Inhaltsstoffen.

Der sicherste Weg für dich als Verbraucherin: Achte auf die Kombination aus Siegel plus offener INCI-Liste. Das Siegel sichert die Praxis ab, die Liste die Rezeptur.

Die wichtigsten Siegel im Überblick: PETA, Leaping Bunny, Vegan Society, V-Label

Nägel mit transparent getöntem Farbschimmer

Vier Kennzeichnungen begegnen dir in Europa besonders häufig. Alle vier sind seriös, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte, und keine deckt automatisch alles ab. Diese neutrale Übersicht hilft dir beim Einordnen:

Kriterium PETA-Programm Leaping Bunny Vegan Society Trademark V-Label
Träger PETA Cruelty Free International The Vegan Society (UK) V-Label GmbH, in Europa über ProVeg
Kernaussage Keine Tierversuche, optional zusätzlich vegan Keine Tierversuche, festes Stichtagsprinzip Keine tierischen Inhaltsstoffe, keine Tierversuche für das Produkt Keine tierischen Inhaltsstoffe (vegan oder vegetarisch)
Prüfansatz Fragebogen plus bindende Verpflichtungserklärung inklusive Lieferanten Lieferketten-Monitoring mit Stichtag, Audits möglich Prüfung von Rezeptur und Herstellung je Produkt Prüfung von Rezeptur, Hilfsstoffen und Herstellung je Produkt
Bezugsebene Marke bzw. Produktlinie Marke bzw. Unternehmen Einzelnes Produkt Einzelnes Produkt
Vegan-Aussage Nur beim Logo „and Vegan” Nein, reines Tierversuchs-Siegel Ja, Kernbestandteil Ja, Kernbestandteil
Öffentliche Datenbank Ja Ja Ja Ja

PETA: Animal Test-Free und Animal Test-Free and Vegan

PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) führt mit ihrem Kosmetik-Programm, international bekannt geworden unter dem Namen „Beauty Without Bunnies”, eine der größten Datenbanken tierversuchsfreier Marken weltweit. Es gibt zwei Kennzeichnungen: „Animal Test-Free” bestätigt, dass die Marke keine Tierversuche durchführt, beauftragt oder bezahlt, weder für Endprodukte noch für einzelne Inhaltsstoffe, weder selbst noch über Lieferanten oder Dritte, und zwar weltweit. „Animal Test-Free and Vegan” bestätigt zusätzlich, dass die gekennzeichneten Produkte keine Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs enthalten. Grundlage ist eine verbindliche Selbstverpflichtung der Marke samt Lieferkette, die öffentlich einsehbar ist.

Leaping Bunny: Stichtag und Lieferketten-Monitoring

Leaping Bunny wird von Cruelty Free International gemeinsam mit Partnerorganisationen vergeben. Das Besondere ist das Stichtagsprinzip: Die Marke legt ein festes Datum fest, ab dem weder sie noch ihre Lieferanten Tierversuche für Kosmetik-Inhaltsstoffe durchführen oder in Auftrag geben. Dazu kommt ein Monitoring der Lieferkette, das unabhängige Prüfungen einschließen kann. Was Leaping Bunny nicht abdeckt, ist die Rezeptur: Ein Produkt mit diesem Häschen kann Bienenwachs oder Karmin enthalten. Für die Vegan-Frage brauchst du also eine zweite Quelle.

Vegan Society Trademark und V-Label: produktbezogene Vegan-Siegel

Das Vegan Trademark der britischen Vegan Society, wegen seines Sonnenblumen-Logos oft Vegan-Blume genannt, prüft einzelne Produkte: keine tierischen Inhaltsstoffe, keine tierischen Hilfsstoffe in der Herstellung und keine Tierversuche für das Produkt und seine Bestandteile durch den Hersteller oder in seinem Auftrag. Das V-Label kennst du vielleicht aus dem Supermarkt, es wird aber auch für Kosmetik vergeben und unterscheidet die Kategorien vegan und vegetarisch. Auch hier wird produktbezogen geprüft, ob Rezeptur, Hilfsstoffe und Herstellungsprozess ohne tierische Bestandteile auskommen. Beide Siegel sind damit die klarste Antwort auf die Frage „Ist dieses Produkt vegan?”, während PETA und Leaping Bunny in erster Linie die Tierversuchsfrage auf Markenebene beantworten.

Wie eine Siegel-Prüfung abläuft

So unterschiedlich die Programme im Detail sind, der Weg zum Siegel folgt fast immer demselben Muster. So sieht er aus Markensicht aus:

  1. Fragebogen und Offenlegung: Die Marke beantwortet detaillierte Fragen zu Produkten, Inhaltsstoffen, Lieferanten und Absatzmärkten. Für Vegan-Kennzeichnungen werden die Rezepturen auf tierische Bestandteile geprüft.

  2. Verpflichtungserklärung: Die Marke unterzeichnet eine rechtlich relevante Erklärung, dass weder sie noch ihre Inhaltsstoff-Lieferanten Tierversuche durchführen, beauftragen oder dulden, heute und in Zukunft.

  3. Lieferketten-Bestätigung: Auch die Zusicherungen der Rohstoff-Lieferanten fließen ein. Damit reicht die Verantwortung über das eigene Labor hinaus.

  4. Lizenzvereinbarung und Datenbank: Für die Nutzung des Logos schließt die Marke eine Vereinbarung mit der Organisation und wird in die öffentliche Datenbank aufgenommen, die jede und jeder online einsehen kann.

  5. Laufende Verantwortung: Ändern sich Rezepturen, Lieferanten oder Vertriebsmärkte, muss die Marke sicherstellen, dass die Kriterien weiterhin erfüllt sind. Sonst riskiert sie den Ausschluss aus der Datenbank.

Zur ehrlichen Einordnung gehört: Kein Kosmetik-Siegel prüft flächendeckend jede Charge im Labor, und routinemäßige, unangekündigte Audits sind eher die Ausnahme als die Regel. Die Stärke der Systeme liegt in der Kombination aus rechtlich relevanter Verpflichtung, Einbindung der Lieferkette und öffentlicher Kontrolle: Wer ein Logo trägt und dagegen verstößt, riskiert Ausschluss und Reputationsschaden. Für dich heißt das: Ein Siegel ist ein starker Vertrauensanker, aber kein Ersatz für eine Marke, die ihre Rezepturen und Werte offen dokumentiert.

Sind Tierversuche für Kosmetik in der EU nicht sowieso verboten?

Ja, und trotzdem sind Siegel nicht überflüssig. In der EU gilt seit März 2013 ein vollständiges Vermarktungsverbot: Kosmetische Mittel und ihre Inhaltsstoffe dürfen nicht an Tieren getestet werden, und Produkte, die anderswo tierversuchsgetestet wurden, dürfen in der EU nicht verkauft werden. Das ist ein großer Fortschritt, an dem auch Verbraucherinnen mit ihrem Kaufverhalten mitgewirkt haben.

Drei Lücken bleiben allerdings in der Praxis:

  • Chemikalienrecht: Für Stoffe, die auch außerhalb von Kosmetik eingesetzt werden, können unter dem europäischen Chemikalienrecht REACH in bestimmten Fällen weiterhin Tierversuchsdaten verlangt werden. Diese Schnittstelle ist rechtlich umstritten und Gegenstand laufender Diskussionen.

  • Drittmärkte: Eine Marke, die in Länder mit behördlich möglichen Tierversuchen verkauft, kann dort mit Tests konfrontiert werden, ohne gegen EU-Recht zu verstoßen.

  • Konzernstrukturen: Das EU-Verbot bindet Produkte, nicht die weltweite Praxis eines Mutterkonzerns.

Siegel wie die von PETA oder Leaping Bunny setzen genau an diesen Lücken an: Sie verlangen den Verzicht weltweit, über alle Märkte und die gesamte Lieferkette hinweg. Deshalb ist „in der EU sowieso verboten” kein Argument gegen Siegel, sondern die Erklärung, warum sie gerade für international verkaufende Marken relevant bleiben.

Was Siegel nicht sagen: die Grenzen der Kennzeichnungen

So hilfreich Siegel sind, sie beantworten immer nur die Fragen, für die sie gemacht wurden. Vier Dinge solltest du deshalb sauber trennen:

  • Vegan ist nicht Naturkosmetik: Vegan beschreibt den Verzicht auf tierische Inhaltsstoffe, Naturkosmetik-Siegel wie COSMOS oder NATRUE die Herkunft und Verarbeitung der Rohstoffe. Ein veganer Lack kann vollständig synthetisch sein, ein Naturkosmetik-Produkt Bienenwachs enthalten.

  • Vegan ist nicht pflanzenbasiert: Pflanzenbasiert bezieht sich auf den Anteil nachwachsender Rohstoffe, angegeben nach ISO 16128, und sagt nichts über tierische Bestandteile aus. Was hinter der Prozentangabe steckt, erklärt unser Guide zu pflanzenbasiertem Nagellack.

  • Siegel bewerten weder Verträglichkeit noch Qualität: Sie treffen ausschließlich Aussagen über Tierversuche und tierische Bestandteile. Über Rezepturqualität, Haltbarkeit oder Hautverträglichkeit informierst du dich über INCI-Liste, Anwendungstests und Erfahrungsberichte.

  • Ein Häschen ist noch kein Siegel: Fantasie-Logos ohne Organisationsnamen und ohne Datenbankeintrag sind Grafik, kein Nachweis. Seriöse Kennzeichnungen nennen ihren Träger und lassen sich online gegenprüfen.

Checkliste: So erkennst du wirklich vegane und tierversuchsfreie Kosmetik

Frau hält zwei Flaschen Nagelpflege in der Hand

Mit diesen fünf Schritten prüfst du jede Marke in wenigen Minuten:

  1. Siegel identifizieren: Suche auf Produkt oder Website nach PETA-Logo, Leaping Bunny, Vegan-Blume oder V-Label. Fantasie-Häschen ohne Organisationsnamen sind kein Nachweis.

  2. Datenbank gegenchecken: Alle genannten Organisationen führen öffentliche Online-Datenbanken. Ein kurzer Abgleich entlarvt geliehene Logos.

  3. Vegan-Aussage präzisieren: Klären, ob das Siegel nur Tierversuchsfreiheit oder auch vegane Rezepturen abdeckt. Beim PETA-Logo auf den Zusatz „and Vegan” achten, bei Leaping Bunny eine zweite Quelle für die Vegan-Frage suchen.

  4. INCI-Liste lesen: Karmin (CI 75470), Guanin (CI 75170), Cera Alba (Bienenwachs), Lanolin, Keratin und Schellack (Shellac) sind die häufigsten tierischen Kandidaten in Beauty-Produkten.

  5. Transparenz bewerten: Marken, die Rezepturen, Herkunft und Werte offen dokumentieren, machen dir die Prüfung leicht. Verstecken ist das Gegenteil von Haltung.

Vegan bei gitti: seit dem ersten Tag, gemeinsam mit PETA

Bei gitti sind vegan und tierversuchsfrei keine Marketing-Themen, sondern Grundvoraussetzung, so selbstverständlich wie sauberes Arbeiten im Labor. Jedes Produkt, das gitti je verkauft hat, war vegan: Jede Formel, vom Pflegelack bis zum Entferner, kommt ohne tierische Bestandteile aus, und die vollständige INCI-Liste findest du bei jedem Produkt. gitti arbeitet seit Beginn mit PETA zusammen, damit beide Ebenen, Rezeptur und Praxis, unabhängig abgesichert sind. Wie wir das rezepturseitig lösen, erzählt der Artikel über pflanzenbasierten Nagellack im Detail.

Zwei Hände mit gepflegter Maniküre

Dass dieser Weg auch qualitativ überzeugt, hat uns 2026 besonders gefreut: Der gitti Nail Juice wurde mit dem PETA Vegan Beauty Award 2026 als bester veganer Nagellack ausgezeichnet. Für uns ist das die schönste Bestätigung unseres Anspruchs Looks like color, works like care, denn prämiert wurde ein Pflegelack, der Farbe und Pflege verbindet.

Aus der Zusammenarbeit ist außerdem etwas Besonderes entstanden.

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Ein gemeinsames Produkt aus der Zusammenarbeit mit PETA, mit dem wir die Botschaft hinter veganer Nagelpflege sichtbar auf die Nägel bringen.

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Und weil Konsequenz erst komplett ist, wenn sie die ganze Routine umfasst: Auch das Entfernen bleibt bei uns vegan, wie du im Nagellackentferner Guide nachlesen kannst.

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Der einfachste Einstieg, wenn du deine gesamte Nagelroutine auf vegane Produkte umstellen möchtest, von der Basispflege bis zum Finish.

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Vier Missverständnisse über vegane und tierversuchsfreie Siegel

Rund um die Siegel halten sich einige Irrtümer hartnäckig. Die vier häufigsten im Faktencheck:

  • „Tierversuchsfrei heißt automatisch vegan.” Nicht immer. Das PETA-Basislogo und Leaping Bunny bestätigen nur die Tierversuchsfreiheit. Erst der Zusatz „and Vegan” beziehungsweise ein produktbezogenes Vegan-Siegel schließt tierische Inhaltsstoffe aus.

  • „Das Siegel bewertet auch Verträglichkeit oder Qualität.” Nein, es trifft ausschließlich Aussagen über Tierversuche und tierische Bestandteile. Über Rezepturqualität, Haltbarkeit oder Hautverträglichkeit informierst du dich am besten über INCI-Liste, Anwendungstests und Erfahrungsberichte.

  • „Kleine Marken bekommen das Siegel leichter.” Der Prozess ist für alle gleich: Fragebogen, Verpflichtungserklärung, Lieferketten-Bestätigung, Lizenzvereinbarung. Was sich unterscheidet, ist der Aufwand, die eigene Lieferkette lückenlos zu dokumentieren.

  • „Einmal zertifiziert, immer zertifiziert.” Die Verpflichtung gilt fortlaufend. Jede neue Rezeptur, jeder neue Lieferant und jeder neue Markt muss die Kriterien erfüllen, sonst riskiert die Marke den Ausschluss aus der Datenbank.

Für dich als Verbraucherin bedeutet das: Ein Siegel ist ein starker, spezialisierter Vertrauensanker für genau zwei Fragen. Für alle anderen Kaufkriterien bleibt dein bester Verbündeter die informierte Neugier, vom Etikett bis zur INCI-Liste.

Häufige Fragen zu veganen und tierversuchsfreien Siegeln

Tierversuchsfrei bedeutet, dass weder das fertige Produkt noch seine Inhaltsstoffe an Tieren getestet wurden, weder von der Marke selbst noch in ihrem Auftrag oder bei ihren Rohstoff-Lieferanten. Siegel wie das PETA-Programm oder Leaping Bunny sichern diese Aussage über eine verbindliche Verpflichtungserklärung der Marke samt Lieferkette ab, weltweit und über alle Absatzmärkte hinweg. Über tierische Inhaltsstoffe sagt „tierversuchsfrei” allein nichts aus.

Nein, vegan und tierversuchsfrei sind zwei getrennte Aussagen. Vegan heißt nur, dass die Rezeptur keine tierischen Inhaltsstoffe enthält. Ob für Produkt oder Inhaltsstoffe Tierversuche stattfanden, sagt das nicht aus. Umgekehrt kann eine tierversuchsfreie Marke Bienenwachs, Karmin oder Lanolin verarbeiten. Sicherheit gibt die Kombination aus einem Siegel, das beide Ebenen abdeckt, und der offenen INCI-Liste.

Beide Siegel stehen für tierversuchsfreie Kosmetik, unterscheiden sich aber im Ansatz. Leaping Bunny von Cruelty Free International arbeitet mit einem festen Stichtagsprinzip und einem Lieferketten-Monitoring, das unabhängige Prüfungen einschließen kann, trifft aber keine Aussage über vegane Rezepturen. Das PETA-Programm beruht auf einem Fragebogen und einer rechtlich bindenden Verpflichtungserklärung inklusive Lieferanten und bietet mit „Animal Test-Free and Vegan” ein kombiniertes Logo, das zusätzlich tierische Inhaltsstoffe ausschließt.

Die Vegan-Blume ist das Vegan Trademark der britischen Vegan Society, erkennbar am Sonnenblumen-Logo. Es wird produktbezogen vergeben und bestätigt, dass ein Produkt keine tierischen Inhaltsstoffe und keine tierischen Hilfsstoffe in der Herstellung enthält und dass weder das Produkt noch seine Bestandteile vom Hersteller oder in seinem Auftrag an Tieren getestet wurden. Ähnlich produktbezogen arbeitet das V-Label, das die Kategorien vegan und vegetarisch unterscheidet.

Doch, seit März 2013 gilt in der EU ein vollständiges Test- und Vermarktungsverbot für tierversuchsgetestete Kosmetik. Lücken bleiben beim Chemikalienrecht REACH, bei Verkäufen in Drittmärkte und auf Konzernebene. Siegel wie die von PETA oder Leaping Bunny schließen diese Lücken, weil sie den Verzicht weltweit und über die gesamte Lieferkette verlangen.

Ja, alle gitti Produkte sind vegan, von den Farblacken über die Pflegelacke bis zu Nagelpflege und Tools, und die vollständige INCI-Liste findest du bei jedem Produkt. gitti arbeitet seit Beginn mit PETA zusammen, und 2026 wurde der gitti Nail Juice mit dem PETA Vegan Beauty Award als bester veganer Nagellack ausgezeichnet.

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gitti Product Team

Das gitti Product Team: Unser Product Team entwickelt in Berlin vegane Nagellacke und Pflegeformeln und verantwortet jede INCI-Liste im Sortiment. Vegan war bei gitti seit der Gründung 2019 Grundvoraussetzung, nicht Marketingidee, und die Zusammenarbeit mit PETA begleitet die Marke seit dem ersten Tag. Für diesen Guide hat das Team die Kriterien der gängigen Siegel zusammengetragen und neutral eingeordnet.

Jenni Baum-Minkus

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